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WIR, der SSVEP, sind sächsischer Vereinsmeister 2017
Geschrieben von: Mario / Klaus   

Spannend bis zum Schluß – SVS-Vereinsmeisterschaft

 

Am 21./22.Oktober war es wieder soweit. Der Segler-Verband Sachsen lud nun schon zum zweiten Mal seine Mitgliedervereine zur sächsischen Vereinsmeisterschaft auf den Cospudener See in Leipzigs Süden ein. Und wieder ging der Pokal ins Vogtland. Aber diesmal erkämpften sich Rolf Albert, Jens Fuchs und Emma Augustin vom Segelsportverein „Einheit Plauen“ e.V. den Titel. Dabei ging es garantiert nicht langweilig zu, wie der Bericht des mitgereisten Vereinsvorsitzenden des SSVEP Klaus-Dieter Piechutta verrät:


Die 10 angereisten Mannschaften, bestehend aus 3 Seglern - wovon mindestens einer unter 18 Jahre alt sein mußte -  wurden in zwei Gruppen gelost.


Unsere Vorrundengruppe!

- SC Handwerk Plauen
- Cospudener Yachtclub
- 1. Segelclub Partwitz
- Seesegelgemeinschaft Leipzig
- Segelsportverein Einheit Plauen


In jeder Gruppe wurde  Jeder gegen Jeden, auf einem Up- and Down-Kurs
gesegelt. Entsprechend den Windverhältnissen zwei, ggf. auch nur eine Runde... Pro Sieg ein Punkt. Danach kamen die beiden erstplatzierten Boote in die Finalrunde. Hier segelte
erneut Jeder gegen Jeden, evtl. mit einem Stechen, bis der Sieger fest steht.

 

Samstag um 10.00 Uhr wurde die Regatta durch Dr. Jens Tusche (Präsident des SVS) eröffnet. Für 11.00 Uhr war der erste Start angesetzt. Die Windverhältnisse waren okay, wenn auch nicht überragend. Bei Windgeschwindigkeiten von 8 bis 10 Knoten war es enorm wichtig, möglichst schon am Start "weg" zu sein, um bei einer Runde nicht vorzeitig ins Hintertreffen zu gelangen. Doch hier zeigte sich die Erfahrung von Rolf. Schon am Start zwang er den Gegner zu Fehlern und teils Penalty`s und konnte so seinem Boot einen Vorteil verschaffen. Das klappte nicht immer, aber die Bilanz des ersten Tages waren 3 Siege gegen die Seeseglergemeinschaft Leipzig, den SC Handwerk Plauen und den 1. Segelclub Partwitzer See bei einer Niederlage gegen den heimischen Cospudener Yachtclub Markleeberg und der Einzug ins Finale.

 

Am Abend gab es viel Gesprächsstoff in gemütlicher Runde.
Sonntag, der Finaltag. Erster Start 10:00 Uhr.
Wettermäßig zeigte er sich als schöner Herbsttag. Kühle Temperaturen, Sonnenschein und vor allem viel Wind, bis 19 Knoten, in Böen weit darüber. Gut für die Segler.
Und es sollte ein aufregender und spannender Finaltag werden. Schon die drei Vorläufe, die
vom Vortag noch zu absolvieren waren, hatten es in sich. 3 Crews hatten noch die Chance, ins Finale zu kommen. Ein Stechen war unumgänglich. Am Ende setzten sich die Favoriten
durch, die Finalisten standen fest. Das waren der Segelclub Dresden-Wachwitz, der 1. Wassersportverein Lausitzer Seenland, die Seesegelgemeinschaft Leipzig und wir, der SSVEP.

 

Die Wettfahrten Jeder gegen Jeden der vier Finalisten begannen von vorn. Doch diesmal um den Sieg.
Ab jetzt galt es: Alles oder Nichts. Bei jedem Lauf mussten auf Grund des nun "genügenden" Windes  zwei Runden absolviert werden.
Und unsere Crew spielte nun alle ihre Trümpfe aus: Die Cleverness eines Match-Race- Hau-
degens und der Mut zum Risiko vom Rolf, die jahrelange Erfahrung eines Vorschoters Jens
und die Einsatzbereitschaft der jungen Emma.
Der 1. Lauf zerrte an den Nerven und war an Spannung kaum zu übertreffen. Gegner: die
SSGL. Nun beginnt das Taktieren schon vor dem Start. Und hier ist Rolf zu
erfahren. Er zwingt den Gegner zum zu späten Ausweichen. Protest ! Anschließend beim Ausweichmanöver noch eine Berührung des Leipziger Hecks mit unserem Boot, erneuter  Protest . Beiden wird durch die Wasserschiedsrichter stattgegeben. Zwei Penaltys für Leipzig. Vorteil.

Die zweite Runde ist im Gange. Der Wind stark und böig, Schaumkronen auf dem Wasser.
Unser Boot mit Vorsprung auf Zielkurs. Da passiert das Unglaubliche: Schaden am Ruder,
knapp unter Land kentert das Boot. Der Gegner nutzt die Chance, kommt heran, überholt und fährt davon.
Mit großer Mühe und Kraftaufwand richten unsere Segler das Boot wieder auf und segeln
weiter. Leipzig hat noch gut 150 m bis zum Ziel und . . . . kentert durch.
Glück im Unglück und der Sieg im ersten Rennen.
2. Lauf, gegen die junge Wachwitzer Crew aus Dresden. Der Wind immer noch heftig. Die Dresdner Besatzung, mit
geringem Gewicht, hat Respekt vor den Verhältnissen. Dennoch segeln die Dresdener überragend. Niederlage für uns, wenn auch knapp. Der gezeigten Leistung tut das
aber keinen Abbruch.
3. Rennen. Das starke Boot  aus der Lausitz mit Jürgen Brietzke, dem Schweriner Ex-Europameister in der
470-er Klasse, Olympiateilnehmer, J-70 Champ und  Sailing-Team Germany / German Sailing Team- Paralympics Sparringspartner und Trainingsgruppenmitglied in der paralympischen Sonar-Klasse. Vielsegler. einer, der "es" kann.
Rolf spielt seine Klasse erneut aus und zwingt auch diese Besatzung zu einem Fehler, sie müssen das Startschiff berühren. Protest - und er wird gegeben. In der Folge entwickelt sich ein spannender Zweikampf, bei dem am Ende unser Boot die Nase vorn hat. Der Sieg ist geschafft.

 

So sind nun zwei Manschaften mit je zwei Punkten als auch zwei mit jeweils einem Punkt zu konstatieren, zwei Stechen um den Sieg wie um den 3. Platz werden angesetzt.  Nach wie vor viel Wind, fortgeschrittene Zeit, das Startschiff signalisiert eine zu segelnde Runde.

Und wieder geht es gegen den 1. Wassersportverein Lausitzer Seenland mit Jürgen Brietzke an der Pinne.

 

Diesmal keine Vor-Startstrafen, auch auf dem Parcour geht es eng, aber nicht zu eng zu. Wir sind schnell!  Können den Lausitzern im engen Zweikampf Boot neben Boot ganz langsam in Luv drüberrutschen. An der Luvmarke knapper Vorsprung  für uns, zwei bis drei Bootslängen nur... Nun kommt es auf das intensive Fahren des Gennakers an... Lausitz segelt zuerst im  Kielwasser, die Unseren warten ab. Halse bei Lausitz, Gegenhalse bei uns. Vorsprung verteitigt. Erneute Halse hinten auf die Steuerbord-Layline, wir halsen sofort mit. 30 Meter noch...ist das spannend !  Die beiden Bootslängen Abstand nach wie vor... und es reicht ! Sieg !

 

Rolf, Emma und Jens haben unseren kleinen Segelverein - 38 Mitglieder -  zum sächsischen Vereinsmeister 2017 gemacht! Das war echt eine starke Leistung und da können wir uns nur bedanken und gratulieren. Bei starkem Wind und trotz zweier Kenterungen haben sie sich gegen 9 weitere Mannschaften am Ende durchgesetzt.

 Herzlichen Glückwunsch.

Bilder hierzu findet ihr in der Bildergalerie!!!