30. sächsische Meisterschaft beim SSVEP

Offene Sächsische Meisterschaft

Da hat es mit Platz drei und somit der „Berichtspflicht“ den Richtigen getroffen . Den , der zum Einen aktiv dabei war, der Mitglied im durchführenden Verein ist und…  a.G. dessen, dass er selbst diese Regatta einst aus der Taufe gehoben hat.

Jubiläum also, Geburtstag. Der 30. dieser legendären Regatta beim Segelsportverein Einheit Plauen.

Die Regatta an sich wurde gar 35. 

„Gezeugt“ Anfang Juli 1988 auf der Wiese vorm Flaggenmast der heutigen SSG Reichenbach. Warten auf die Siegerehrung des damaligen „Vogtlandpokals“, einer zu der Zeit riesigen Regatta mit 300 teilnehmenden Booten in x Klassen.

Die letzten Kommunalwahlen der DDR waren gerade massiv gefälscht worden, mutige Bürger in fast allen Wahllokalen bezeugten dieses. 

Es rumorte und gärte…  und im kleinen Kreis wagten die Ersten, in die Zukunft zu schauen.

So Hartwig Hessel unter den im Gras hockenden ca. 20 FD -Leuten : „ Jungs, wenn es dann mal anders kommt … diese Sch. hier vorbei ist, dann wollen wir unsere eigene FD-Regatta“ und „ Rolf, du musst das machen“.  Na toll.

Im Herbst 1990 wurde ich Präsident des damals aus der BSG Einheit Lengenfeld ausgegliederten und neu entstandenen „Segelvereins Pöhl“ .

Zeit also , die Dinge anzugehen.

Und so wurde am ersten Juliwochenende 1991 die Offene Sächsische Meisterschaft der FD Klasse geboren. 

Anfangs und dort im Verein ein reiner Familienbetrieb, meine  Frau Petra und ich machten quasi alles selbst, von Organisation über Auswertung bis hin zur Unterbringung auswärtiger Gäste

Im Spätherbst 1995 wechselten wir auf „Betreiben“ von Maxe ( Wolf, unser heutiger Präsi)  einmal quer über den See zum SSVEP.

Petra, der damals sechsjährige Felix, ich und … „meine“ Regatta.

Ich nahm sie einfach mit. 

15 Mitglieder stark gerade mal, fühlten wir uns willkommen und aufgehoben im neuen Verein.

Und das wichtigste : Es stand nun ein ganzer Verein hinter dieser Regatta, einer, in dem Jede(r), wirklich Jede(r) nach seinen Möglichkeiten einfach mithalf.

Das war sozusagen dann Anfang Juli 1996 die Hochzeit zwischen „ Sächsischer“ und SSVEP. Das Kind ist somit  nun 30 Jahre alt.

Mit heute gerade mal 42 Mitgliedern ( ach nein, 43 – der Präsident unser deutschen KV wie auch Präsident des Hannoverschen Yachtclubs, Tom Greten, ist vergangenes Wochenende offiziell beigetreten )  reißt sich unser Club – ich sag das jetzt aus Aktiven-, aus Seglersicht also, echt gewaltig den A. auf, um dieses Event Jahr für Jahr zu einem Erfolg werden zu lassen. 

Von  kostenloser Campingwiese über rundum- Betreueung wie –Versorgung  ( ein unglaubliches Frühstück beispielsweise ) , Kuchen selbstgebacken in Mengen über Regattaorganisation  und -Auswertung, legendärer Party Samstagabend und allgemeiner Gastfreundschaft…. Das sucht seinesgleichen.

Wir selbst treten nach über 30 Jahren nun schon paar Jahre kürzer, sind ins zweite oder dritte Glied gerutscht. Wissen aber diese Veranstaltung  in besten Händen.

Segler aus ganz  Deutschland, von der Flotte Nordost über Schiffe aus Steinhuder Meer bis runter zum Tegernsee fanden den Weg zu uns.  Chapeau !

Premiere feierten am See die neuen selbstfahrenden Robotertonnen des Seglerverbandes Sachsen. 10 Stück gibt’s davon. Eine große Erleichterung angesichts Wassertiefen von knapp 50 Metern.

Der Wetterbericht sagte schon Tage vorher eine konstante Westwetterlage vorher, starken Wind und relative Kälte bei Sonne , Wolken , Regen. Die Schafskälte hielt Einzug.

Wettfahrtleiter Hellfried Haupt aus Leipzig  konnte pünktlich starten, jedoch bedingte der Westwind – also quer zur Seeachse – recht kurze Kreuzen und insgesamt schwierigste Bedingungen.

Harte Böen fielen ein, ein ständiges auf der Hut sein vor sog.  Leewatsch’n ( welch wunderbarer bayerischer Begriff) und Kenterungen war normal.

Von letzteren passierten übrigens sehr viele, auch spektakuläre Abflüge. So meine der Autor – offenbar eine sich entwickelnde Situation an der Raumtonne nicht richtig antizipierend – er könne in einer harten 6-er Böe mit voll ziehendem Spi und Axel im Trapez stehend direkt am Fass einen Haken um 90 ° schlagen, weil sein „Loch“ an der Boje plötzlich nicht mehr da war. War lustig. Oder auch nicht, ist Ansichtssache.

Drei harte Wettfahrten waren jedenfalls im Kasten, in Führung Bogumil / Lisken , GER 199 vom Berliner SV Rahnsdorf, was insofern verwunderte, da Dirk und  Micha dieses Jahr überhaupt noch nicht auf dem Schiff saßen und auch keine weitere Regatta mehr segeln werden .

Nun sind die beiden natürlich ausgewiesene Pöhl-Spezialisten, aber nun nicht unbedingt bei diesen Starkwind- Verhältnissen.

In Lauerstellung lagen Felix und Lukas, GER 222  und, falls es zum Streichergebnis Sonntag käme, auch wir GER 213 mit einem Tagessieg, einem 3. und einem DNF.

Die zweimaligen Weltmeister Lüdtke / Schäfers GER 88 waren mit zwei Ausfällen  bereits weg vom Fenster, segelten allerdings die 3 WF absolut souverän wie auch am Sonntag.

Sonntag kälter ( noch kälter !) und bedeckt. Wind wie gehabt.

Dachten wir.

Anfangs war es so. Aber schon Ende der ersten Kreuz brach der Wind zusammen. Hellfried ließ uns zappeln, das Dreieck wurde mehr schlecht als recht abgesegelt, die folgende Kreuz nur noch getrieben, Vorwind ging kaum noch was. Dann auf der dritten Kreuz endlich die Erlösung, Abbruch.

Es gab überhaupt keinen Wind mehr. Aber kurz darauf einen satten Regen. Wir froren wie die Schneider .

Tatsächlich kam anschließend nochmal ein leichter Wind auf, sehr unbeständig in Stärke und Richtung, aber es reichte für eine kurze Wettfahrt.

Diese gewannen wieder unsere Ex- Weltmeister , Bogumil/ Lisken sicherten sich mit dem Tages- 3. den Gesamtsieg.

GER 222 strich den 8. Platz, sicherte sich aber Platz zwei, GER 213 verpasste Silber um einen Punkt und wurde 3.

Anschließend wurde „nach Hause“ getrieben und abgebaut. Dann kam, wie das eben immer so ist, auch der Wind in angesagter Stärke wieder. Aber auch die Sonne raus, so dass alle einigermaßen trocken einpacken konnten.

Eine wie immer stimmungsvolle Siegerehrung rundete das Bild einer gelungenen Jubiläumsveranstaltung ab.

Rolf Albert, GER 213

Hier ist der Link zu den Bildern

https://www.dropbox.com/scl/fo/g53e00r05s3zd4wdz1fbj/APpLitrTmvNHCzN5wMX3UEg?rlkey=u2fvree8ufa41k1vdma8lvimx&dl=0

Hier ist das Ergebnis

Sächsische Landesmeisterschaft Flying Dutchman manage2sail